Update: Unser Spiel, das Handspiel von Insua (Rund um Fußball)

Udo @, Montag, 27.08.2018, 10:11 (vor 80 Tagen) @ knightclub

Wenn die FiFa / DFB dann handeln würden und sagen, alles, was aus weniger als 2 Metern Distanz angeschossen wird, zählt nicht als Hand, alles darüber ist strafbar, dann kann man damit leben. In Zeiten von Hawkeye & Co ließe sich solch eine Distanz bestimmt auch errechnen.

man könnte immer irgendwelche Kriterien finden, die vllt. sogar messbar sind.

Das löst aber nicht das Problem, wie man den Gedanken, der in der Handspielregel steckt, umsetzen soll.

Zumal auch dieser Gedanke immer mal in Nuancen wechselt.

Es gibt den Aspekt der Vergrößerung der Körperfläche, der soll ausgehebelt werden, wenn die Bewegungen, die dazu führen, natürlich sind.

OK - Insuas Kopf wollte an den Ball. Rechts und Links taucht zusätzlich jeweils die Hand auf - fie Fläche wird größer. Frage: braucht er beide Hände oben um ganz natürlich den Kopf dahin zu bringen? Ich sehe da keine eindeutige Antwortmöglichkeit, auf jeden Fall nicht, ohne die Bilder zu sehen.
Denke ich darüber nach, scheint mir, dass die Frage des Abstandes dabei kaum eine Rolle spielt.
Der Abstand kommt ins Spiel, wenn man fragt, ob der Spieler reagieren kann, wenn er den Ball fliegen sieht. Entscheidet er sich nun aber (was zu seinem Job gehört) diesen anfliegend Ball zu spielen, ist ggf. den Kopf dazu zu benutzen, eine gute Idee. Braucht er aber dazu nicht die Hände oben beim Sprung? Ändert die Nähe also wirklich irgendwas?

Ein Beispiel, was immer häufiger zu sehen ist, macht es vllt. noch deutlicher.
Gebranntes Kind scheut das Feuer. Verteidiger nehmen die Hände lieber hinter ihren Körper, wenn ein Schuß zu erwarten ist. (ist das bewusst - ja. Ist das natürlich - nun ja...) Soweit so gut. nun kommt der Schuß und der Spieler dreht sich weg (verständliche Reaktion) - da die Arme aber hinter dem Rücken sind, dreht er sie dem ankommenden Ball zu. Was ist das zweimal macht er mit den Händen etwas -ganz bewusst hinter den Körper nehmen und im Reflex (was aber eben nicht unbewusst heiß) den Rücken -mit den Armen- zum Ball drehen. Also klares Handspiel? Oder gilt "er hat die Hände ja noch weggenommen"?

Oder - Arme vor dem Körper, eng dran. Kommt der Ball droht Handspiel (wirklich richtigerweise? Oft kommt bei dieser Frage wieder die Nähe ins Spiel). Also wegnehmen, gerade wenn der Ball von weiter weg kommt? Dabei wird aber zwangsläufig die Fläche vergrößert. Trifft der Ball nun nicht die Brust sondern die Arme neben dem Körper, die vorher noch nicht da waren - klares Handspiel, weil jede Aktion des Spielers geplant war? Oder wiederrum "Er wollte sie doch sogar noch wegnehmen"


Schwer genug. Und nun, nach einer Entscheidung auf dem Platz der VAR: was kann er machen, wenn nichtmal in der Theorie ganz klar ist, was gilt?

Also Handspiel ist nix für den VAR? Vllt. nur noch die Frage, gab es eine Berührung oder nicht?

Konsequent zu Ende gedacht: braucht man den VAR nur für klares Ja / Nein? Also nur für einen Teil der Regeln? Ist er als Werkzeug dann wirklich gerecht?


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