+++ Rezension +++ (Im Schatten der Arena, vollständig) (Rund um Fußball)

Michael ⌂ @, Mittwoch, 19.09.2018, 13:24 (vor 90 Tagen) @ Michael
bearbeitet von Michael, Mittwoch, 19.09.2018, 16:34

Ein Krimi aus Mainz (okay, geschrieben von einer mittlerweile in Wiesbaden Wohnhaften (!!!)), mit Mainzer Lokalkolorit, mit real existierenden Mainzer Kneipen, mit einem bekannten – und für die Geschichte wichtigen 05-Fanclub, den Meenzelmännern, und am Ende sogar mit dem überraschenden Auftritt eines berüchtigten Mainzer Comedians (Spoiler: Typ blonder Bombeleescher).

Da greift man gerne mal zum Buch – auch wenn Job und Familie nicht viel Spielraum lassen.
Maras Erstlings-Krimi habe ich tatsächlich innerhalb von drei Abenden durch. Der Plot ist an manchen Stellen etwas vorhersehbar, aber das tut der ganzen Geschichte keinen Abbruch. Die Protagonistin sympathisch – wobei der geneigte Leser an der einen oder anderen Stelle Parallelen zur Autorin feststellen könnte.

Fast möchte man die beschriebene Johanna Zinn auf Facebook, Twitter oder Instagram suchen, ihr Freundschaftseinladungen schicken oder zumindest folgen – um an ihrem chaotischen, liebenswerten Durcheinander teilzuhaben, ihre Nonna besser kennenzulernen oder ihren „Dotz“ – oder auch den manchmal geradezu mysteriösen Polizisten Hans. Man möchte weitere Lästereien über die inkompetente Hospitantin lesen, das erschreckende Verhalten Jugendlicher in sozialen Netzwerken am Beispiel der Tochter von Johannas Chefin eingenordet sehen – oder Johannas Ex-Freund näher kennenlernen.

Aber: Zumindest die letzteren Bedürfnisse könnten in einer möglichen Fortsetzung befriedigt werden – zumindest lässt Mara Pfeiffer dafür eine Tür offen. Ich würde mich auch anbieten, als Nebenrolle im Buch aufzutreten.

Fazit:
Als Mainzer kommt man mit der Sprache wunderbar zurecht, Zugezogene oder Norddeutsche dürften vielleicht mit dem einen oder anderen Begriff ihre Schwierigkeiten haben. Aber die sind vielleicht auch nicht die Zielgruppe.
Apropos: Zielgruppe sollten vielmehr all jene sein, die Mainzer sind, egal ob aktueller Wohnort, Geburtsort oder auch einfach nur gefühlt. Und dem Verlag ist zu wünschen, dass man das Potenzial der Autorin erkennt – und ihr weitere Romane ermöglicht! Ich würde sie kaufen.


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