Fußball und Politik trennen? wie denn? (Presselinks)

Handgottesseinvater, Donnerstag, 06.09.2018, 22:24 (vor 13 Tagen) @ Milestone-Mainz

jo zu milestone.

hab mal mit einem ex-nazi geredet, der meinte, dass seine kumpels im osten ja immer wert darauf gelegt haben unpolitisch zu sein. unpolitisch ist halt in aller regel eine nette umschreibung für rechts.

deswegen finde ich maras artikel auch nicht ganz so geil. klar kann ich auf einer anti-nazi-demo auch mal neben cdu-leuten laufen. aber trotzdem muss man die bürgerliche kritik an den faschos schon ein wenig genauer unter die lupe nehmen. e.g. stauffenberg war nicht cool, nur weil er versucht hat hitler umzulegen.

letztlich laufen alle rechten ansätze darauf hinaus, dass es eine werteskala gibt, auf der die eigene ethnie (wie auch immer verstanden) ganz oben steht und alle anderen abgewertet werden. und die linken ansätze gehen von einer grundsätzlichen gleichheit aus. und linke politik kümmert sich darum, dass dem grundsatz auch in den verschiedenen politikfeldern entsprochen wird. während rechte politik sich damit beschäftigt, den ideologischen rassismus ganz konkret in materielle vorteile umzumünzen. die nazis waren da nur besonders offen und haben versucht sich zu nehmen, was ihnen als herrenmenschen nach ihrer auffassung auch zustand ("lebensraum" im osten, "arisierte" vermögen oder "entartete" kunst).

auch maras parteipolitik-bashing führt da nicht so richtig weiter. ganz im gegenteil erinnert mich das an die anti-establishment-argumentationen von trump bis chemnitz.

trotzdem denke auch ich, dass es sowas wie einen demokratischen konsens gibt - unabhängig von parteigrenzen. und mit dem versuch, diesen zu aktivieren hat mara natürlich auch recht. aber dabei darf antifaschismus halt nicht stehen bleiben.

--
yeahyeayeah


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