Endlich ein Heimsieg

Mainz - Darmstadt (16.10.2016)

Mainz – Darmstadt (16.10.2016)

4:4 nach 4:1, 1:1 nach 1:0, 2:3 nach zweimaliger Führung – zu Hause wollte es bislang irgendwie nicht so recht klappen mit einem Sieg – und das trotz mehrfacher Führung, die ja eigentlich exzellent zum von Martin Schmidt favorisierten Umschaltspiel passt, getreu dem Motto: Wenn wir erstmal führen, muss der Gegner kommen – und wir bekommen Platz für Konter. Auch das Heimspiel gegen Darmstadt begann mit einer frühen und so wichtigen Führung. Anders als in den anderen Heimspielen reichte es dieses Mal zum Sieg – obwohl Schiedsrichter Brych mit zwei absurden Elfmeter-Entscheidungen die Darmstädtern gleich doppelt beschenkte.

Sechs Minuten waren gespielt, als die 05er im Stadion erstmals jubeln durften und den zahlreich angereisten und stimmgewaltig auftretenden Anhang der Lilien zum Schweigen brachte. Eine Bilderbuchkombination über Brosinski (wieder im defensiven Mittelfeld), Bussmann und De Blasis brachte die frühe Führung. Das ging alles ein wenig zu schnell für die – vor allem im Halbzeit eins – häufiger mal überfordert wirkenden Darmstädter.

Auch in der Folge waren es die Mainzer, deren gute Kombinationen den Ball immer wieder in gefährliche Bereiche vor dem Lilien-Tor beförderte – allein: Das 2:0 wollte nicht fallen. Bells Kopfball strich ebenso am Tor vorbei wie Hacks, Mallis Solo durch den halben 16er endete ebensowenig mit einem erfolgreichen Abschluss wie Cordobas Abschluss, nachdem er den Darmstädter Torhüter bereits ausgespielt hatte. Aus immer spitzer werdendem Winkel landete der Ball nur am Außennetz des leeren Tores.

Die Darmstätder konnten ihrerseits einen gefährlichen Fernschuss verzeichnen, den Jonas Lösl über die Latte lenkte – ansonsten blieben sie eher ungefährlich.

Wie aus heiterem Himmel entschied dann kurz vor der Halbzeitpause Schiri Brych auf Elfmeter, nachdem er im Kopfballduell zwischen Bell und Colak ein Foul des Mainzer Verteidigers gesehen haben wollte. Allgemeines Staunen und Kopfschütteln auf den Rängen, ebenso bei den 05-Spielern. Selbst der Kicker sprach in seiner Analyse von einem falschen Elfmeterpfiff.

Dank Jonas Lössl blieb der Pfiff jedoch folgenlos, denn den schwach geschossenen Elfer entschärfte die Nummer zwei im dänischen Tor sicher.

Mit einem Erfolgserlebnis in die Pause

Das verhinderte 1:1 sorgte allenthalben für Zufriedenheit auf Platz und Rängen, auch wenn bei vielen wohl hängen blieb, dass man angesichts der dicken Chancen doch auch schon mit zwei oder drei Toren führen müsste.

Ein Umstand, den die 05er in Halbzeit zwei alsbald korrigierten. Nach einem schönen Solo von De Blasis wurschtelte sich Yunus Malli eine Weile durch den 16er, bis endlich Darmstadts Sulu dem mit einem Foul ein Ende bereitete – zur Abwechslung mal eine korrekte Elfmeterentscheidung des Herrn Brych.

Torschütze Yunus Malli

Torschütze Yunus Malli

Malli trat an und verwandelte sicher flach nach rechts, während sich der 98-Schlussmann nach links warf.

2:0 vorne – und das gegen eine nicht gerade große Gefahr ausstrahlende Darmstädter Offensive: Das sollte doch reichen, dürfte sich der eine oder andere gedacht haben. Das tat es auch, dank einer ordentlichen Defensivleistung in Halbzeit zwei, dank Jonas Lössl, der einige Male stark reagierte – und auch dank Darmstädter Unvermögens, das vermeintlich leere 05-Tor zu treffen.

Dass am Ende doch nicht die Null stand, war Schiedsrichter Brych geschuldet. Der sah kurz vor dem Abpfiff ein bestrafungswürdiges Handspiel des gerade eingewechselten Niko Bungert, der aus gefühlt 30 Zentimetern einen Kopfball von Schipplock an die vor das Gesicht gehaltenen Hände bekam. Keine Absicht, keine Vergrößerung der Körperfläche, kein Garnix. Vielleicht kann mir mal einer erklären, wie man da auf Handspiel entscheiden kann.

Den Elfer verwandelte Gondorf zwar noch, dann war aber quasi Feierabend. Donati fragte bei Brych noch mal höflich nach, wie lange noch zu spielen sei – und drosch dann den Anstoß diagonal in Richtung Darmstädter Eckfahne. Und Schluss.

Dass am Ende trotz des verpassten „Zu-Nulls“ Jonas Lössl auf den Zaun gerufen wurde, war sicher zum einen seiner guten Leistung geschuldet, zum anderen aber auch der guten Nase der 05-Fans, wenn es darum geht, unberechtigt kritisierte Spieler, zumal, wenn sie erst seit kurzem 05er sind, zur Humba zu bitten.

Und jetzt?

Kurz durchatmen, Platz 7 und 11 Punkte genießen – und sich dann für das Top-Spiel in der EL gegen Anderlecht vorbereiten. Dann vielleicht auch wieder mit Fabian Frei (gestern geschont), Jairo (wieder fit) und ein paar anderen frischen Kräften. Das Tolle: Der Kader gibt ausreichend Rotationsmöglichkeiten her, um auch den wichtigen Spielern mal eine Pause zu gönnen.

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